© Bianca Gabriel

Methoden

Sexological Bodywork ist kreative, klient*innen-zentrierte Prozessarbeit, in die verschiedenste Hintergründe und Kompetenzen einfließen können. Zugleich gibt es Kernmethoden, die den Beruf und die Ausbildung ausmachen. Die wichtigsten Haltungen, Methoden und Inhalte sind hier in Kürze erläutert.

Diese erlaubt es, sowohl im eigenen sexuellen und intimen Erleben als auch in der Klientinnenbegleitung wahrzunehmen, wann man im Kontakt mit dem Gegenüber ist und wann man den Kontakt zu sich und anderen verliert. So können Ressourcen und Fähigkeiten entwickelt werden die Verbindung wieder aufzunehmen. Dies gilt sowohl im Kontakt mit Klientinnen als auch zur bewussten Vertiefung des sinnlichen Spürens und erotischer Trancezustände.

Die Fähigkeit zu Konsens in der Körperarbeit, sozialen Interaktionen, Beziehungen und intimen Begegnungen wird durch somatische Selbstwahrnehmung, die eigene Selbstfürsorge und bewusste Kommunikation erleichtert. Wer seine Grenzen spürt und achtet gewinnt auch Kapazitäten und Mitgefühl für die Einhaltung von Grenzen anderer. Wer sich und dem eigenen Körper vertraut, fühlt sich sicher genug, Neues und Unbekanntes zu erforschen.

Bewusste Kommunikation ist ein wichtiges Mittel in der Arbeit mit Sexological Bodyworker*innen. Im Vorgespräch werden Themen und Gefühle erforscht und Lernziele formuliert. Während der Körperarbeit wird durch die Verbalisierung von Körperwahrnehmungen und Gefühlen das sinnlich-sexuelle Vokabular erweitert. Zudem wird durch erhöhte Aufmerksamkeit und bewusstes Üben das Empfinden verfeinert und im Bewusstsein verankert. Im Nachgespräch wird die Erfahrung wieder aufgegriffen und das Lernen reflektiert.

Kommunikation dient dazu, persönliche Themen und Muster zu erkennen und sich so der eigenen Sexualität bewusster zu werden – die Grundlage für Entwicklung und Veränderung. Außerdem unterstützt Sexological Bodywork die Entwicklung der individuellen sexuellen Identität durch aufklärende Gespräche rund um Fragen der Sexualität. Oftmals kann mit wenigen Fakten bereits ein offener und entspannter Umgang mit dem Thema gefunden werden, alte Tabus, Scham, Ängste und Vorbehalte können angeschaut oder widerlegt werden.

Bewusste Atmung unterstützt Präsenz, Genuss und Ekstase. Mit Sexological Bodywork kann man unterschiedliche Atemtechniken zur Regulierung emotionaler und erotischer Erfahrungen erlernen.

In eigens gestalteten Selbstliebe-/ Masturbationsritualen lernt die praktizierende Person ihre Fähigkeit zu Genuss, sexueller Erregung und Intensität sowie den individuellen sinnlichen Ausdruck zu erweitern. Sexological Bodywork lädt dazu ein, vor allem mit den körpereigenen Elementen wie Selbstberührung, Atem, Stimme, Bewegung und fokussierter Aufmerksamkeit spielerisch zu forschen.

Ein an das Authentic Movement angelehnter Ansatz, der Klient*innen dabei unterstützt, einschränkende Gewohnheiten des verkörperten Seins und der Selbstliebe aufzulösen und das erotische Erleben zu vertiefen.

Ob Massage, Körperarbeit oder persönlicher Kontakt, bewusste Berührung ist eine Grundlage zur Entwicklung verschiedenster Berührungsqualitäten. Mit bewusster Berührung fühlt sich die empfangende Person gemeint und ist die berührende Person in Kontakt mit sich selbst und dem Gegenüber. So kann ein Vertrauensraum entstehen und prozessorientierte Arbeit aus dem Moment gelingen.

Mappingmethoden unterstützen das Vertrautwerden und Spüren des Körpers durch das Erstellen einer Empfindungs-, -Gefühls- oder Lustlandkarte durch interne oder äußere Berührung. Diese Methodik kann am gesamten Körper, genital und anal angewendet werden.

Ein achtsamer Erfahrungsraum, in dem die empfangende Person durch absichtslose, langsame und sich wiederholende Berührungen der Genitalien lernt, sich detaillierter und intensiver zu spüren. Damit ist es auch möglich, sich von zielgerichtetem Orgasmus–Erleben zu lösen, sexuelle Erregung im Körper zu kultivieren und eine meditative Präsenz im sinnlichen Erleben und aufkommenden Gefühlen zu entwickeln. 

Eine aktivierende Massage mit oder ohne genitalen Berührungen, bei der die empfangende Person eine aktive Rolle einnimmt, um die eigene Erfahrung mittels Atem, Stimme, Bewegung und fokussierter Aufmerksamkeit zu vertiefen.

Eine Besonderheit in der Methodik von Sexological Bodywork ist das Erforschen sinnlich–bewusster Zustände, die in ihrer intensiven Präsenz und Fülle als ekstatisch oder tranceähnlich erlebt werden können. In diesem meditativen Zustand können sich Menschen ihres Körpers als Quelle von Wissen, Freiheit und Verbundenheit bewusst werden. Im sicheren und begleiteten Rahmen der Sexological-Bodywork-Ethik erlernen Menschen durch die genannten Elemente von Atem, Stimme, Berührung und fokussierter Aufmerksamkeit somatische Regulierungsfähigkeiten und somit den Zugang zu ekstatischen Zuständen.

Verschiedene Berührungstechniken unterstützen Klient*innen in der Exploration, Entspannung und Re-Sensibilisierung vernarbten Gewebes am gesamten Körper, insbesondere an Brust und Genitalien.

Das Erforschen des eigenen erotischen Kernthemas kann als ein Schlüssel zum Verständnis individueller Erregungsmuster dienen. Dies kann zu größerer Bewusstheit über die eigene Sexualität verhelfen und Wandlungsprozesse und erotische Selbstfürsorge unterstützen.